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Polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff auf REACH-Kandidatenliste


Quelle: amnachphoto / Fotolia.com

Einstimmig unterstützten alle EU-Mitgliedstaaten vor kurzem den deutschen Vorschlag, Benzo[a]pyren als besonders besorgniserregenden Stoff auf die REACH-Kandidatenliste aufzunehmen. Benzo[a]pyren gehört zur Stoffgruppe der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK). Die Chemikalie gilt als krebserregend (Carcinogen), erbgutverändernd (Mutagen) und reproduktionstoxisch (toxic to Reproduction) und ist daher ein sogenannter CMR-Stoff (Cancerogen und/oder Mutagen und/oder Reproduktionstoxisch). Das Umweltbundesamt hat die Chemikalie auch als besorgniserregend für die Umwelt identifiziert. Benzo[a]pyren ist langlebig (Persistent), reichert sich in Organismen an (Bioakkumulierend) und ist sehr giftig (Toxisch) für Wasserorganismen. Damit sind die Kriterien für einen PBT-Stoff erfüllt. Da Benzo[a]pyren besonders langlebig ist (very Persistent) und sich sehr stark in Organismen anreichert (very Bioaccumulative), erfüllt es außerdem die Kriterien eins vPvB- Stoffes.

Bei Untersuchungen finden Prüflabore Benzo[a]pyren regelmäßig in Erzeugnissen wie Werkzeuggriffen oder Badeschuhen. Die Chemikalie wird allerdings Gummi- und Kunststoffartikeln nicht absichtlich zugesetzt. Benzo[a]pyren kann in Teerölen und bestimmten Ölen aus der Erdölverarbeitung enthalten sein. Diese Öle können Gummi oder Kunststoffen als Weichmacher oder zur Färbung beigemischt werden.
 
Acht PAK – darunter Benzo[a]pyren sind in Erzeugnissen EU-weit bereits gesetzlich geregelt (EU Nr. 1272/2013). Erzeugnisse mit einem Gehalt von mehr als 1 mg/kg (0,0001 %) eines der acht krebserregenden PAK dürfen nicht für die allgemeine Öffentlichkeit in Verkehr gebracht werden, wenn einer ihrer Bestandteile aus Kunststoff oder Gummi, der bei normaler oder vernünftigerweise vorhersehbarer Verwendung unmittelbar, länger oder wiederholt für kurze Zeit mit der menschlichen Haut oder der Mundhöhle in Berührung kommt. Für Spielzeug und Babyartikel gilt ein Grenzwert von 0,5 mg/kg (0,00005%).
 
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Umweltbundsamtes: