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Standardisation of release factors for the exposure assessment under REACH - Developments since 2010

Emissionsfaktoren sind der Ausgangspunkt für die Expositionsbewertung von Chemikalien gem. REACH.
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Bei diesen Emissionsfaktoren handelt es sich um Annahmen, welcher Anteil der Verwendungsmenge eines Stoffes bei dessen Verwendung in die Umwelt freigesetzt wird. Den verschiedenen Verwendungen von Stoffen werden in den ECHA-Leitfäden durch die Environmental Release Categories (ERCs) generische Emissionsfaktoren zugeordnet. Mit diesen ERCs kann eine grobe Emissionsschätzung durchgeführt werden. Oft ist dies für den Nachweis der sicheren Verwendung eines Stoffes unter REACH nicht ausreichend. Für eine genauere Emissionsschätzung können die ERCs durch die Entwicklung von spezifischen Umweltfreisetzungskategorien (spERCs) verfeinert werden. Dabei werden die Verwendungsbedingungen genauer definiert und ein entsprechend realistischerer Emissionsfaktor abgeleitet. In einem ersten Gutachten im Jahr 2010 wurden Mängel bei der Entwicklung und Dokumentation von spERCs durch verschiedene Industrieverbände festgestellt und Verbesserungsvorschläge gegeben. Infolge dessen wurde der CEFIC-Leitfaden überarbeitet und die Struktur der Datenblätter, in denen die Ableitung der spERCs dokumentiert wird sowie die Informationsdarstellung in diesen Datenblättern verbessert.

Dieses Nachfolgegutachten gibt einen Überblick über die Weiterentwicklung der spERCs und des CEFIC-Leitfadens zur Erstellung von spERCs seit 2010. Im Rahmen des Gutachtens wurde eine grundlegende Charakterisierung der im Juli 2013 verfügbaren spERCs vorgenommen und ausgewählte spERCs aus unterschiedlichen Branchen detailliert auf die Qualität, Eindeutigkeit und Konsistenz der Informationen und die Nachvollziehbarkeit ihrer Ableitung hin untersucht. Dabei ergab sich trotz der Weiterentwicklung in den letzten Jahren für zentrale Aspekte weiterhin Verbesserungsbedarf, insbesondere bei der Begründung und Dokumentation der Ableitung von Emissionsfaktoren. So ist die Begründung der Emissionsfaktoren in Bezug auf die Anwendungsbedingungen und die Beschreibung der obligatorischen Risikomanagementmaßnahmen oft nicht ausreichend. Werden Emissionsfaktoren aus Literaturquellen abgeleitet, fehlt ein Nachweis, dass diese Faktoren für die im spERC definierten Bedingungen anwendbar sind. In spERCs, bei denen die Emissionsfaktoren aus Branchenstatistiken oder Industrieumfragen stammen, fehlen vielfach die Detailinformationen zur Datenerhebung, zu den Berechnungsmethoden und der Datenverarbeitung. Bei qualitativ abgeleiteten Emissionsfaktoren sind die zugrunde liegenden Annahmen meist nicht ausreichend beschrieben und mit Daten hinterlegt. Eine Plausibilitätsprüfung der vorhandenen spERCs ist auf dieser Grundlage nicht möglich und es kann nicht bewertet werden, ob die Verwendung der abgeleiteten Emissionsfaktoren zu einer Unterschätzung der Emissionen führt.

Auf Grundlage dieser Bewertungen werden im Gutachten Empfehlungen bezüglich der weiteren Verbesserung der spERCs und des Umgangs mit den gegenwärtig verfügbaren spERCs an Industrie und Behörden gegeben. Dadurch tragen die Ergebnisse des Gutachtens dazu bei, den Diskussionsprozess um die Validität der von der Industrie entwickelten spERCs fortzusetzen, die Qualität der abgeleiteten spERCs und damit der Stoffsicherheitsbeurteilung gem. REACH zu verbessern und die einvernehmliche Zusammenarbeit zwischen Behörden und Industrie zu stärken.

Die Ergebnisse des Gutachtens sind im Abschlussbericht in englischer Sprache festgehalten:
Abschlussbericht

Für einen schnellen Überblick über die wichtigsten Ergebnisse gibt es Zusammenfassungen zum Gutachten in deutscher und englischer Sprache:
Kurzfassung in deutsch
Kurzfassung in englisch