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Einstufung und Kennzeichnung - GHS

1. Entstehung und Entwicklung

International gab es sehr unterschiedliche Systeme zur Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen. So konnte ein Stoff oder ein Stoffgemisch in einem Land als gefährlich für die Umwelt gelten, in einem anderen jedoch nicht. Dies führte nicht nur im Transport und im Handel, sondern auch bei Verbrauchern sowie im Umwelt- und Arbeitsschutz zu Unsicherheiten.

1992 wurde daher auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro von den Staaten festgelegt, ein weltweit einheitliches System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien unter der Leitung der UN zu etablieren. Das konkrete Mandat im Kapitel 19 der Agenda 21 lautet:

“A globally harmonized hazard classification and compatible labelling system, including material safety data sheets and easily understandable symbols, should be available, if feasible, by the year 2000.”

Im Jahr 2003 wurde das GHS (Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals) mit dem sogenannten „purple book“ erstmals veröffentlicht. Es erreicht jedoch erst durch die Implementierung der einzelnen Staaten oder Staatengemeinschaften in die nationale Gesetzgebung Rechtsverbindlichkeit. Die Europäische Union hat das GHS mit der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP-Verordnung) umgesetzt. Das GHS wird kontinuierlich weiterentwickelt und alle zwei Jahre aktualisiert. In der EU wird die CLP-Verordnung über Änderungsverordnungen (ATPs – adaptations to technical progress) an aktuelle Entwicklungen angepasst. Dazu gehört auch die Aktualisierung der Liste der EU-weit harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung gefährlicher Stoffe (Anhang VI Teil 3 der CLP-Verordnung).

2. Aufbau des GHS

Für die Einstufung und Kennzeichnung nach GHS-Verordnung werden die intrinsischen Eigenschaften der Stoffe und Gemische herangezogen. Es wird zwischen physikalischen Gefahren, Gesundheitsgefahren und Umweltgefahren unterschieden. Das GHS beinhaltet die Kriterien zur Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Gemischen in Form eines Textes. Zur Visualisierung von Gefahren gibt das GHS folgende standardisierte Piktogramme vor:


Explodierende Bombe

Flamme

Flamme über einem Kreis

Gasflasche

Ätzwirkung

Totenkopf mit gekreuzten Knochen

Ausrufezeichen

Gesundheitsgefahr

Umwelt

Die Art der Gefahr wird durch die Gefahrenklassen beschrieben. Das GHS umfasst 16 Gefahrenklassen für physikalische-chemische Gefahren, 10 Gefahrenklassen für Gesundheitsgefahren, eine Gefahrenklasse für Umweltgefahren und eine Gefahrenklasse für weitere Gefahren. Die Gefahrenklassen sind in der Regel in Gefahrenkategorien unterteilt, die Ausdruck der Stärke der Gefährlichkeit sind.

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