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Sechs neue Stoffe auf der REACH Kandidatenliste

Seit 17. Dezember umfasst die REACH Kandidatenliste sechs weitere besonders besorgniserregende Stoffe, insgesamt nun 161 Stoffe. Zwei Neuaufnahmen gehen auf Vorschläge des Umweltbundesamt zurück: UV-Stabilisatoren aus der Gruppe der Phenolbenzotriazole, die vor allem in Kunststoffen, Gummi und Beschichtungen eingesetzt werden. Die beiden Stoffe sind in der Umwelt sehr langlebig, wirken giftig und reichern sich in hohem Maße in Organismen an.

Daneben wurden zwei weitere Cadmiumsalze aufgrund ihrer krebserregenden, erbgutverändernden und fortpflanzungsgefährdenden Wirkungen in die Liste aufgenommen, sowie zwei organische Zinnverbindungen, die als Stabilisatoren in PVC verwendet werden. Diese Verbindungen haben fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften.

Zusätzlich wird der bereits existierende Listeneintrag für den Weichmacher DEHP um weitere Besorgnisgründe ergänzt.

DEHP galt bisher aufgrund seiner fortpflanzungsgefährdenden Eigenschaften als besonders besorgniserregend. Nach einem dänischen Vorschlag bestätigte der Ausschuss der Mitgliedstaaten nun einstimmig die hormonähnlichen (endokrinen) Wirkungen in der Umwelt als weiteren Besorgnisgrund. DEHP ist bereits im Anhang XIV von REACH gelistet (Zulassungsliste) und darf ohne Zulassung innerhalb der EU nur noch bis zum 21.02.2015 verwendet werden. Durch die Identifizierung von DEHP als hormonähnlich wirkende Substanz könnte zukünftig auch für Verwendungen, die ursprünglich von der Zulassung ausgenommen wurden, die Zulassung relevant werden, allerdings erst, wenn Anhang XIV entsprechend geändert wird.

Aus der Aufnahme der Stoffe in die REACH Kandidatenliste ergeben sich gesetzliche Pflichten, die sich auf die Stoffe selbst beziehen, auf Gemische mit diesen Stoffen oder auf Erzeugnisse, die diese Stoffe enthalten. Firmen haben ab dem 17.12.2014 sechs Monate Zeit es der Europäische Chemikalienagentur mitzuteilen, wenn sie ein Erzeugnis herstellen oder importieren, das einen dieser Stoffe enthält. Diese Mitteilungspflicht greift, wenn die Menge des in den Erzeugnissen enthaltenen Stoffs insgesamt über einer Tonne pro Jahr und Hersteller bzw. Importeur liegt und der Stoff in einer Konzentration über 0,1 Gewichts-Prozent im Erzeugnis enthalten ist. Ab einer Konzentration eines besonders besorgniserregenden Stoffes von 0,1 Gewichts-Prozent im Erzeugnis ergeben sich auch Auskunftspflichten gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern: auf deren Anfrage hin müssen Hersteller, Importeure und Händler über den enthaltenen Stoff und den sicheren Umgang mit dem Erzeugnis Auskunft geben.

Weiter zum Online-Formular
http://www.reach-info.de/verbraucheranfrage.htm

Weitere Informationen zur Kandidatenliste
http://www.reach-info.de/kandidatenliste.htm

Die aktuelle Liste der besonders besorgniserregenden Substanzen (REACH Kandidatenliste) ist auf der Internetseite der Europäischen Chemikalienagentur zu finden
http://www.echa.europa.eu/candidate-list-table

Pressemitteilung der Europäischen Chemikalienagentur
http://echa.europa.eu/view-article/-/journal_content/title/six-new-substances-of-very-high-concern-svhcs-added-to-the-candidate-list-and-one-entry-updated

Pflichten bei der Aufnahme eines Stoffes in die Kandidatenliste
http://www.reach-clp-biozid-helpdesk.de/de/REACH/Kandidatenliste/Kandidatenliste-Verpflichtung/Kandidatenliste-Verpflichtung.html#doc2274442bodyText3

Zulassungsliste (Anhang XIV)
http://echa.europa.eu/addressing-chemicals-of-concern/authorisation/recommendation-for-inclusion-in-the-authorisation-list/authorisation-list?p_p_id=substancetypelist_WAR_substanceportlet&p_p_lifecycle=0&p_p_state=normal&p_p_mode=view&p_p_col_id=column-1&p

Auskunftsrecht für Verbraucherinnen und Verbraucher
http://www.reach-info.de/auskunftsrecht.htm