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Kandidatenliste umfasst nun 168 Stoffe

Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat die EU die REACH-Kandidatenliste mit besonders besorgniserregenden Stoffen (Substances of very high concern - SVHC) erweitert. Dieses Mal wurde die Liste um fünf Stoffe ergänzt. Es handelt sich um 1,3-Propanesulfon (EC 214-317-9), Nitrobenzol (EC 202-716-0), Perfluornonan-1-säure (PFNA) mit seinen Natrium- und Ammoniumsalzen (EC 206-801-3), sowie 2,4-di-tert-butyl-6-(5-chlorobenzotriazol-2-yl)phenol (UV-327, EC 223-383-8) und 2-(2H-benzotriazol-2-yl)-4-(tert-butyl)-6-(sec-butyl)phenol (UV-350, EC 253-037-1).

UV-327 und UV-350 hat Deutschland auf Initiative des Umweltbundesamtes vorgeschlagen. Beide Chemikalien gehören zu der Gruppe der Phenolbenzotriazole und werden als UV-Stabilisatoren bspw. in Kunststoffen verwendet. Beide Stoffe gefährden die Umwelt, weil sie dort sehr lange nicht abgebaut werden und sich in Organismen stark anreichern. Im letzten Jahr hat die EU bereits zwei andere Vertreter der Stoffgruppe (UV-320 und UV-328) als SVHC identifiziert. Mehrere andere Phenolbenzotriazole werden derzeit noch im Hinblick auf ihre besonders besorgniserregenden Eigenschaften bewertet.

Die Identifizierung von PFNA und ihren Salzen als SVHC hatte die schwedische Chemikalienbehörde KEMI in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt vorgeschlagen. Diese Stoffe werden u.a. als Prozesshilfsmittel bei der Fluorpolymerherstellung sowie in Textilien und Imprägniermitteln eingesetzt. Sie werden in der Umwelt nicht abgebaut, reichern sich in Organismen an und schädigen die Fortpflanzung (Reproduktionstoxizität). Damit enthält die REACH-Kandidatenliste jetzt neun Vertreter der besorgniserregenden Stoffgruppe der per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC). Perfluoroktansäure (PFOA), deren Ammoniumsalz sowie die langkettigen Perfluorcarbonsäuren mit einer Kohlenstoffkette von elf bis vierzehn Kohlenstoffatomen stehen bereits auf Initiative von Deutschland auf der Liste. Auf europäischer Ebene wird derzeit eine Beschränkung von PFOA und deren Vorläufer diskutiert.

Die Aufnahme eines Stoffes auf die Kandidatenliste löst eine Auskunftspflicht aus, wenn der Anteil in einem Erzeugnis 0,1 Massenprozent übersteigt. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom September dieses Jahres gilt dies für jedes Teilerzeugnis eines komplexen Produkts, beispielsweise die Griffe an einem Werkzeug oder die Sitzbezüge im Auto.

Auf Kundenanfrage müssen Händler, Hersteller und Importeure mitteilen, welche besonders besorgniserregenden Stoffe in einem Produkt enthalten sind. Ein tatsächlicher Kauf ist keine Bedingung hierfür. Für diese Anfragen stellt das Umweltbundesamt ein Online-Formular bereit. Dort können Sie die Artikelnummer eingeben, die unter dem Strichcode zu finden ist. Die Anfrage wird automatisch an den Hersteller oder Händler geschickt.

Weitere Informationen zur Kandidatenliste
http://www.reach-info.de/kandidatenliste.htm

Die aktuelle Liste der besonders besorgniserregenden Substanzen (REACH Kandidatenliste) ist auf der Internetseite der Europäischen Chemikalienagentur zu finden
http://www.echa.europa.eu/candidate-list-table

Weitere Informationen zu den per- und polyfluorierten Chemikalien
http://www.reach-info.de/pfc.htm

Weitere Informationen zu den Auskunftsrechten
http://www.reach-info.de/auskunftsrecht.htm