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REACH-Regelungsausschuss einig über PFOA-Beschränkung

Die EU-Mitgliedstaaten haben sich über die Beschränkung von Perfluoroktansäure (PFOA) geeinigt. Die Beschränkung tritt voraussichtlich in 3 Jahren in Kraft und regelt die Herstellung, Verwendung, das Inverkehrbringen sowie den Import von PFOA, deren Salze und Substanzen, die zu PFOA abgebaut werden können (sogenannte Vorläuferverbindungen). Grenzwerte von 25 ppb (entspricht 25 µg/l) für PFOA und deren Salze sowie 1000 ppb (1000 µg/l) für PFOA-Vorläuferverbindungen müssen dann eingehalten werden. Das betrifft Bestandteile eines anderen Stoffes, Gemische und Erzeugnisse, in denen die Chemikalien als Inhaltsstoffe vorhanden sind, wie z. B. Imprägniersprays, Textilien, Lebensmittelverpackungen. Für einige Verwendungen wurden jedoch längere Übergangszeiten und Ausnahmen gewährt.

Quelle: Éva Fetter/UBA

Längere Übergangsfristen gelten für:
- Latexdruckfarben und Ausrüstung für die Fertigung von Halbleitern (5 Jahren).
- Arbeitsschutztextilien (6 Jahre)
- Membranen für medizinische Textilien, für Filter zur Wasseraufbereitung, für Produktionsprozesse und die Abwasserbehandlung (6 Jahre)
- Plasmananobeschichtungen (6 Jahre)
- Medizinische Produkte (ausgenommen implantierbare Materialien) (15 Jahre)

Generelle Ausnahmen gelten für:
- Nichtvermeidbare Nebenprodukte, die bei der Herstellung von kurzkettigen-Fluorchemikalien anfallen
- Transportierte isolierte Zwischenprodukte
- Implantierbare medizinische Produkte
- Photographische Beschichtungen für Filme, Papier und Druckplatten
- fotolithografischen Verfahren für Halbleiter oder in Ätzverfahren für Verbindungshalbleiter
- Feuerlöschschaumkonzentrate, die bereits drei Jahre vor Inkrafttreten der Beschränkung auf dem Markt waren

Die Beschränkung wurde von Norwegen und Deutschland initiiert. Der ursprüngliche Vorschlag sah einen Grenzwert von 2 ppb für PFOA, deren Salze und Vorläufersubstanzen vor. Dieser Grenzwert wurde, auch aufgrund neuer Informationen der Unternehmen und Industrieverbände während einer öffentlichen Befragung, von den beiden wissenschaftlichen Komitees der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), dem Ausschuss für Risikobewertung (RAC) und dem Ausschuss für sozioökonomische Bewertung (SEAC), auf 25 ppb für PFOA und die Salze und 1000 ppb für die Vorläufersubstanzen erhöht. Die Experten der Ausschüsse verlängerten auch die von Deutschland und Norwegen vorgeschlagene Übergangsfrist von 18 Monaten auf 36 Monate. Zusätzlich schlugen sie Ausnahmen z.T. ohne Frist vor. Die EU-Kommission schlug den Mitgliedstaaten im Oktober 2016 einen Gesetzesentwurf vor, der sich weitestgehend an den Empfehlungen von RAC und SEAC orientierte. Die EU-Mitgliedstaaten stimmten diesem Entwurf mit geringen Änderungen im Dezember 2016 zu.

Neben PFOA sind noch eine Vielzahl weiterer per- und polyfluorierter Chemikalien auf dem EU-Chemikalienmarkt erhältlich. Das Umweltbundesamt erarbeitet in Zusammenarbeit mit Schweden einen Beschränkungsvorschlag für die C9-14-PFCAs, d.h. Perfluorcarbonsäuren mit einer perfluorierten Kohlenstoffkette von 9-14 Atomen. Genau wie bei der PFOA-Beschränkung sollen auch hier die Vorläuferverbindungen mit beschränkt werden. Ökopol führt dazu im Auftrag des Umweltbundesamtes eine Befragung durch. Unternehmen und Industrieverbände sind aufgerufen, sich an der Konsultation zu beteiligen:
http://www.oekopol.de/en/themen/chemikalienpolitik/umfragen/pfca/

Weitere Informationen:
Zu per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) allgemein:
http://www.reach-info.de/pfc.htm
http://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/chemikalien-reach/stoffgruppen/per-polyfluorierte-chemikalien-pfc

iPad-App PFC-Planet:
https://itunes.apple.com/de/app/id583898618?mt=8&affId=1860684